Stiftung der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Zürich
Die Evangelische Gesellschaft wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet und verstand sich als Reformbewegung innerhalb der Zürcher Landeskirche. Aus der Verbreitung religiöser Schriften entstand der Zwingliverlag, heute Theologischer Verlag Zürich.
Das Bildungsanliegen schlug sich auch nieder in der Gründung von Schulen, der heute noch blühenden Evangelischen Schule Zürich, dem Freien Gymnasium und dem Lehrerseminar Unterstrass.
Auch diakonische Werke wurden ins Leben gerufen: die ehemalige Diakonissenanstalt Neumünster, die heute als selbständige Stiftung den Spital Zollikerberg, das Pflegeheim Realp sowie das Alterszentrum Hottingen führt.
Aus dem Heim für durchziehende Handwerksburschen entstand die „Herberge zur Heimat“, die in der Altstadt 50 obdachlosen Männern eine feste Wohnmöglichkeit mit Leichtpflege-Abteilung bietet.
Die letzte Gründung war die unter dem Namen „Dargebotene Hand“ landesweit bekannte Telefonseelsorge. Sie ist wie die meisten Werke der Evangelischen Gesellschaft heute selbständig.
Unsere Stiftung beschränkt sich zur Zeit auf die Trägerschaft der „Herberge zur Heimat“ und der „ Zürcher Stadtmission“. Diese führt im Niederdorf ein Lokal als Treffpunkt für Menschen aller Altersklassen aus sozial benachteiligten Umfeldern. Ein primäres Anliegen ist es, der drohenden Vereinsamung in der hektischen Stadt Zürich entgegenzutreten. Die Fach- und Beratungsstelle Gastronomie und Hotellerie wendet sich an Menschen im Gastgewerbe und bietet ihnen menschliche und fachliche Beratung an. Ein weiterer Arbeitszweig befindet sich im Kreis 4: "Isla Victoria", eine niederschwellige, polyvalente Anlauf- und Beratungsstelle und Treffpunkt für Frauen im Sexgewerbe.
Die Stiftung Evangelische Gesellschaft besitzt rund ein Dutzend Liegenschaften in der Stadt Zürich. Aus deren marktorientierter Bewirtschaftung fliessen Gelder vorallem in die oben beschriebene diakonische Arbeit der „Zürcher Stadtmission“. Diese ist aber zudem angewiesen auf Spenden der Kirchgemeinden, auf Legate und Spenden von Einzelpersonen. Einzelne ihrer Angebote wie die „Isla Victoria“ werden heute vom Sozialamt der Stadt Zürich eingekauft.
Neue diakonische Aufgaben zeichnen sich ab in einer Zeit, da unsere Politiker Geld für soziale Aufgaben der Stadt und des Kantons wegstreichen. Spenden und Legate auch in Form von Liegenschaften sind der Stiftung jederzeit willkommen, um neue dringende Projekte zu realisieren.