Zürcher Stadtmission
Klosbachstrasse 51
8032 Zürich
Telefon 043 244 81 30
info(at)stadtmission.ch

Lageplan

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag
9.00 – 12.00 Uhr
und 14.00 – 16.30 Uhr


Bankverbindung:
Raiffeisenbank Zürich
Konto 87-71996-7
IBAN
CH 44 8148 7000 00 86 53555


Postkonto
80-7182-5
IBAN
CH72 0900 0000 8000 7182 5

Heinz ist Teil der Yucca-Familie

Heinz ist Stammgast und kommt seit fast 20 Jahren ins Café Yucca. Er hat einmal das Konservatorium besucht. Die Prüfungen waren aber eine zu hohe Hürde für ihn. Er bekam psychische Probleme und musste in die Klinik eingewiesen werden. Heinz ist nicht in der Lage einen Beruf auszuüben. Er bezieht eine IV-Rente und wohnt in einer kleinen Wohnung ganz allein.
Heinz kann gut malen. Einfache, ausdrucksstarke Bilder malt er auf seine Weise mit höchster Hingabe. Hunderte, ja wahrscheinlich tausende stapeln sich in seiner Wohnung.
In der Adventszeit leistet Heinz einen Beitrag zur Dekoration des Cafés. Das ist ihm sehr wichtig. Wir müssen ihn aber jedes Mal ausdrücklich darum bitten. Trotzdem hat er schon eine Idee parat, die er gut vorbereitet hat.
Heinz kommt mehrmals pro Woche ins Café Yucca. Er trinkt seinen Kaffee oder kauft sich ein Nachtessen. Oft spielt er eine Partie Schach mit anderen Gästen und manchmal spielt er auf der Gitarre.
Mit ihm kann man keine langen oder tiefgründigen Gespräche führen. Lieber spricht er mit sich selber. Trotzdem sind wir Mitarbeiter und die Gäste ein fester Bestandteil seines Lebens, Bezugspersonen sicher, so etwas wie seine Familie, vielleicht auch seine Freunde.

Enrico kann sich das Paradies nicht leisten

Enrico kommt ursprünglich aus Osteuropa und ist heute in Zürich angekommen. Seit mehreren Jahren ist er bereits in Europa unterwegs. Er hat in Spanien und Italien gearbeitet, doch es wurde immer schwieriger für ihn. Zuhause sieht er keine Zukunft, sagt er. Es gibt dort keine Arbeit für einen wie ihn, er ist Roma.
Hier sieht es für Enrico nicht besser aus. Er hat keinen Beruf erlernt. Er kann unsere Sprache nicht und er begreift nur schlecht, wie unser Alltag funktioniert. Er hat keine Aufenthaltsbewilligung, die braucht er, wenn er eine Arbeit finden will.
Ob wir ihm nicht helfen könnten, fragt er, für Essen, Wohnen, Kleider und vielleicht auch Arbeit. Er möchte so leben wie wir, und meint, hier sei doch das Paradies. Wir fragen ihn, ob er gesehen hat, was das Paradies kostet, ein Kaffee im Restaurant oder ein Essen. Allein für die Krankenkasse braucht er mindestens 300 Franken, bei ihm zuhause ist das mehr als ein Monatslohn.
Das, was er möchte, können wir ihm nicht geben. Wir organisieren ihm für die nächsten sieben Nächte ein Bett. In der Zeit kann er auf eigene Faust versuchen Arbeit zu finden.
Heute bekommt er von uns ein Nachtessen und einen Kaffee und selbstverständlich kann er, wie alle Gäste, jeden Tag um 12 und 21 Uhr gratis Suppe erhalten. Alles andere müssen wir von Tag zu Tag schauen und besprechen.
Wenn er wieder kommt, können wir ihm das Ticket für eine einmalige Rück- oder Weiterreise finanzieren. Wir machen eine Kopie von seinem Ausweis und erschrecken. Er ist gerade etwas über dreissig, wir hätten ihn eher für fünfzig gehalten.